Vom Aufmaß bis zum fertigen Segel – der Werdegang eines Segels

calendar icon 16.03.2020



Das Segelmacherhandwerk zählt zu einem der ältesten Gewerke. Schon in der Antike eignete sich die Menschheit die Fähigkeit an Segel herzustellen. Dabei hat sich in dem groben Ablauf zur Herstellung eines Segels nicht sehr viel geändert. Im Vergleich zu „damals“ gibt es heut zu Tage natürlich viel mehr Auswahl und Variabilität in den verschiedenen Designs und Tüchern. Der Einsatz von modernen Materialien, Maschinen und Computern geben uns dabei viel mehr Möglichkeiten ein Segel oder auch eine Persenning zu planen und zu fertigen.
Wir geben im nachfolgenden Beitrag einen kleinen Einblick, wie ein Segel entsteht. Vom ersten Gespräch mit dem Kunden bis hin zum fertigen Segel:

Anfrage des Kunden

Der Kunde meldet sich in Form einer Angebotsanfrage. Dieses geschieht gewöhnlich via Mail, Telefon oder natürlich auch in einem persönlichen Gespräch direkt vor Ort. Hierbei werden die ersten Informationen gesammelt. Bootstyp, Art des Segels, Einsatzzweck und natürlich das Material werden notiert

Aufmaß und Planung des Segels

Nach Auftragserhalt geht es los… Segelart, Bootstyp, Material und Einsatzzweck des Segels stehen fest. Nun werden die Maße genommen. Am besten werden diese am Schiff bei stehendem Rigg gemessen. Dort hat man den besten Überblick über die Gegebenheiten an Bord und das Rigg selber mit all seinen Details und Besonderheiten.
Zwei andere Möglichkeit an die Masse für ein neues Segel zukommen, sind vorhandene Riggpläne des dazugehörigen Schiffes, oder gar auch die bestehenden alten Segel als Mustersegel zu benutzen. Die Maße des alten Segels werden hierbei einfach abgenommen und in das Design des neuen Segels übertragen.

Design und Fertigung des Segels.

Die gemessenen Daten und Informationen werden in hochmoderne Design Programme übertragen. Damit kann dann das individuelle Design erstellt werden. Hier bei gilt es die genauen Maße, Rundungen und das Profil des Segels und natürlich auch die Wünsche des Kunden zu berücksichtigen.
Im Anschluss an das Designen wir jedes Segel von einer modernen Zuschneidemaschine, auch Plotter genannt, zugeschnitten. Diese Zuschneidemaschinen gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Die gängigsten sind aber das Schneidemesser (Cutterwheel) oder der Laser.
Nun werden Bahnen, Patche, diverse Verstärkungen, eventuelle Lattentaschen etc. mit dem Segel vernäht. Es wird natürlich bei den verschiedensten Segeltypen auch auf deren spezielle Verarbeitung geachtet. Eine Sturmfock kann schließlich nicht wie eine leichte Genua 1 ausgerüstet und gebaut werden. Nach diesem Prozess geht das Segel in die Endarbeit. Hier werden die Beschläge, wie zum Beispiel die Rutscher montiert, Gurtbänder angenäht, Kauschen mit dem Segel verpresst, Latten zugesagt, Segelnummern und Segelzeichen eingeklebt. Schlussendlich wird das nun fertige Segel mit einem Sack versehen.

Bei einem Produkt „Made in Germany“ darf ein finaler Qualitätscheck natürlich nicht fehlen. Hierbei wird das Segel noch einmal genauestens überprüft, ob die Verarbeitung stimmt und alles bei dem Segel berücksichtigt wurde, was der Kunde auch bestellt hat.
Das neue Segel ist nun fertig und bereit zum Anschlagen. Dies war ein kleiner, ganz grober Einblick in den Werdegang eines Segels. Es zeigt, dass wir, die Mitglieder der Allianz deutscher Segelmacher, Segel herstellen, wo jedes ein Unikat darstellt und genauestens auf die bestimmten Einsatzzwecke und Wünsche des Kunden, im wahrsten Sinne des Wortes, zugeschnitten ist. Es wird nichts aus dem Regal gezogen, oder muss aus der Ferne bestellt werden.

Wir fertigen zu 100% selber in Deutschland.